Außenangreifer Markus Jungmann kehrt zum TV Bliesen zurück

Bliesen. Nach zwei Jahren in der zweiten Bundesliga kehrt Außenangreifer Markus Jungmann zurück zum saarländischen Drittligisten TV Bliesen. Der 30-jährige war zuletzt bei der TG Rüsselsheim aktiv, mit der er die abgelaufene Saison auf einem starken vierten Platz abschließen konnte. In der kommenden Saison wird Jungmann, der seinen beruflichen und privaten Schwerpunkt in St. Wendel hat, wieder im Bliesener Trikot auflaufen.

„Ich bin sehr gespannt, wie wir uns sportlich präsentieren werden. Ich hoffe, dass wir uns schnell zusammenfinden, um das Beste herausholen zu können“, so der Angreifer, der in der zweithöchsten Spielklasse sieben Mal als bester Spieler („MVP“) ausgezeichnet wurde. Dabei war er zunächst ehrfürchtig in das Abenteuer 2. Bundesliga gestartet. „Die größte Herausforderung zu Anfang war, sich nicht von der neuen sportlichen Hürde blockieren oder zu stark unter Druck setzen zu lassen.“ Doch Jungmann etablierte sich, wurde nach der Eingewöhnungszeit zum Stammspieler.

Als solcher traf er dann auch im DVV-Pokal auf den Erstligisten VfB Friedrichshafen, was er als eines seiner persönlichen Highlights benennt – trotz einer wenig überraschenden 0:3-Niederlage. In guter Erinnerung ist ihm auch eine Auswärtspartie beim TSV Grafing geblieben. „An dem Spieltag waren wir nur mit sieben Spielern und ohne unseren Trainer unterwegs“, erinnert sich Jungmann, den alle nur „Max“ nennen. Damals schlug sein Team in Minimalbesetzung den Zweitligameister in dessen ausverkaufter Halle mit 3:2. Neben diesen bleibenden Eindrücken habe er im Laufe der zwei Jahre auch neue technische und spielerische Elemente verinnerlicht. „Technisch habe ich mich vor allem im Bereich Annahme/Abwehr und Angriff entwickelt. Darüber hinaus hat sich auch meine taktische Sichtweise auf das Spiel nochmal verändert.“

Sein Engagement beim Club in der Opel-Stadt war für Jungmann dabei mit einem enormen Zeitaufwand verbunden. Der sportliche Ehrgeiz gab dafür aber den entscheidenden Antrieb. „An Trainingstagen war ich nicht vor 0:30 Uhr im Bett – und das nach einem normalen Arbeitstag. Und an den Wochenenden ging es dann teilweise nach Leipzig oder Unterhaching zu den Spieltagen“, beschreibt Jungmann das Pensum. „Vor der Winterpause oder zum Ende der Saison hin habe ich das dann schon deutlich gespürt.“ Alles in allem wurde dies aber zur Begleiterscheinung, die der aus Saarwellingen stammende Volleyballer in Kauf nahm. „Ich bereue das nicht“, fasst er zusammen. Und hebt dabei die Unterstützung seiner Freundin hervor, die ihm Haushalt und an den Wochenenden den Rücken freihielt. „Ohne ihre Unterstützung wäre es sportlich nicht so gut für mich gelaufen“, gesteht der schlagkräftige Annahmespieler.

Nach einer Verschnaufpause will der Angreifer nun ab Sommer wieder Gas geben. „Ich freue mich auf die Vorbereitungsphase.“ Jungmann wird dann auch dazu beitragen den Bliesener Außenangriff neu aufzustellen. Denn mit Julian Zewe, der als Bliesener Urgestein seine beste Saison zeigte, wird sich ein Akteur wegen beruflicher Verpflichtungen der zweiten Mannschaft anschließen. Zudem zieht es Jonas Weber aufgrund seiner Ausbildung weg aus dem Saarland. Der 22-jährige, der sich zuletzt zur Stammkraft entwickeln konnte, wird daher nicht mehr für Bliesen aufschlagen können. „Die Jungs betreiben aus Ehrgeiz einen hohen Aufwand. Aber die berufliche Entwicklung richtet sich für sie nicht am Sport aus“, beschreibt Bliesens sportlicher Leiter Gerd Rauch das Innenleben eines Drittligisten im Volleyball.

Für Jungmann warten an alter Wirkungsstätte dann sowohl alte als auch neue Teamkollegen mit denen es dann ab Ende September wieder auf Punktejagd gehen wird. Seine in der Ferne gesammelten Erfahrungen will er nun im Team von Coach Michael Hefter einsetzen. „Ich hoffe, dass ich das im Training und bei den Spieltagen einbringen kann.“

Steckbrief | Markus Jungmann
Jahrgang: 1989
Größe: 189 cm
Position: Außenangriff
Beruf: Ingenieur
Bisherige Stationen: TV Saarwellingen, SSG Schwarzenholz-Griesborn, TV Bliesen, TG Rüsselsheim